Preview
Detailed preview (3 pages) available after sign-in.
Aller Augen warten auf dich, Herre
Heinrich Schütz (1858-1672)
Publisher: Albrecht Schneider
Description
Aller Augen warten auf dich, Herre aus den „Zwölf geistlichen Gesängen“ Heinrich Schütz (1585–1672) für gemischten Chor (SATB) a cappella Mit „Aller Augen warten auf dich, Herre“ schuf Heinrich Schütz einen der innigsten und zugleich klarsten Sätze aus seinem Spätwerk. Die Zwölf geistlichen Gesänge (SWV 369–380), entstanden 1657, gehören zu den konzentriertesten und persönlichsten Beiträgen der deutschen Kirchenmusik des 17. Jahrhunderts. In ihnen verbindet Schütz höchste kontrapunktische Kunst mit einer bewusst schlichten, textdienenden Klangsprache. Entstehung und geistlicher Kontext: Die Sammlung entstand in einer Zeit persönlicher Verluste und äußerer Erschütterungen (Dreißigjähriger Krieg, Tod der Frau und Kinder). Umso bemerkenswerter ist der ruhige, versöhnte Ton dieser Musik. „Aller Augen warten auf dich, Herre“ vertont Verse aus Psalm 145, ein Lob- und Vertrauenspsalm, der von Gottes Fürsorge für alle Geschöpfe spricht. Hier geht es nicht um Dramatik oder Bitte, sondern um gelassene Gewissheit. Text und Aussage: Der Text kreist um drei zentrale Motive: Vertrauen: Alle warten auf dich Versorgung: Du gibst ihnen ihre Speise Fülle: Du tust deine milde Hand auf und sättigest alles, was lebt Es ist ein stilles Glaubensbekenntnis, kein jubelnder Lobpreis. Schütz nimmt diese Haltung ernst und meidet jede pathetische Zuspitzung. Musikalische Gestaltung: ruhiger, ausgewogener Grundcharakter imitatorischer Satz zu Beginn („Aller Augen warten auf dich“) Übergang in klarere Homophonie bei zentralen Aussagen modale Klangsprache mit sanfter, altertümlicher Färbung große Transparenz der Stimmen feine Wortausdeutung durch rhythmische Akzente und Stimmführung Besonders eindrucksvoll ist, wie Schütz das Warten musikalisch erfahrbar macht: durch gedehnte Phrasen, ruhige Bewegungen und eine gleichmäßige Klangbalance. Stilistische Einordnung: Dieses Stück zeigt Schütz als Meister der geistlichen Konzentration. Im Vergleich zu seinen großen mehrchörigen Psalmen oder dramatischen Motetten wirkt dieser Satz fast kammermusikalisch – aber gerade darin liegt seine Tiefe. Es ist Musik des inneren Hörens, nicht der äußeren Wirkung. Charakter des Chorsatzes: Der Satz lebt von: Gleichwertigkeit aller Stimmen klanglicher Transparenz textlicher Verständlichkeit ruhiger, getragenen Linienführung Keine Stimme dominiert – alles ist auf gemeinschaftliches Vertrauen angelegt. Aufführungspraxis und Probenhinweise: ruhiges, fließendes Tempo, nicht schleppend klare Textartikulation, besonders in den imitatorischen Einsätzen saubere Intonation in den modalen Wendungen dynamisch zurückhaltend: eher mezzo piano als forte Phrasenbögen deutlich gestalten, Atem gemeinsam planen auf weiche Konsonanten und gleichmäßige Vokalfärbung achten Der größte Reiz liegt in der inneren Ruhe und Klarheit, nicht in äußerer Klangfülle. Programmatische Einordnung: „Aller Augen warten auf dich, Herre“ eignet sich besonders für geistliche Abendmusiken als meditativer Ruhepunkt im Konzert in Programmen zu Themen wie Vertrauen, Schöpfung, Dank im liturgischen Kontext (Erntedank, Andacht, Psalmvertonungen) Es wirkt besonders stark in kleineren Räumen oder nach einem klanglich dichten Werk. Kurz gesagt: Ein stilles Meisterstück aus Schütz’ Spätwerk – von schlichter Schönheit, tiefer Glaubensgewissheit und großer textlicher Wahrheit. Musik, die nicht preist, sondern vertraut.
Min. 20 licenses
No VAT charged according to § 19 UStG
Purchase requires a Chorilo account
You need a Chorilo account and an active choir to buy licenses.
What you should know about this piece
These notes help you place the piece — voicing, difficulty, licence model and the steps after purchase.
Understanding the voicing: SATB▾
The voicing tells you which vocal parts your choir will need to sing.
- SATBSoprano, Alto, Tenor, Bass — the classic mixed choir.This piece
- SSAThree women's voices: two sopranos and alto.
- SSAAFour women's voices: two sopranos and two altos.
- TTBBFour men's voices: two tenors and two basses.
- SABSoprano, Alto, Baritone — eases the tenor part and suits smaller choirs.
- SATBSATBDouble choir: two independent SATB choirs, often in dialogue.
- unisonUnison — for children's choirs, congregational singing or unison passages.
Understanding difficulty levels▾
The difficulty level gives you a feel for how many rehearsals your choir should plan for.
- BeginnerClear rhythms, familiar keys and singable intervals — works for young or newly formed choirs.This piece
- MediumFor an experienced choir; some chromatic passages, key or metre changes. Around 6–10 rehearsals for a clean performance.
- HardClose harmonies, complex rhythms, wider ranges — needs disciplined rehearsing and vocally secure singers.
- Very hardConcert-choir level: modulations, polyphony, extreme registers, demanding intonation and voice leading.
How the per-singer licence works▾
With Chorilo you get a digital performance licence. Your choir is covered — no scramble for photocopies.
Per-singer licence Current model
One licence per singer. Scales fairly with ensemble size; many pieces include volume discounts.
Minimum quantity: 20 licences.
Ensemble flat-rate
One fixed price per ensemble. All current and future members get access, no matter how the choir grows.
The licence covers rehearsing and performing through Chorilo. External performance rights (e.g. GEMA, PRS — where applicable) remain unaffected.
Using the piece in Chorilo▾
- 1
Buy the piece
Choose your ensemble, accept the terms and complete payment securely via Stripe.
- 2
Distribute the licences
Licences are assigned automatically as soon as members open the music. In the "Licences" area you can also assign the seats you bought manually to individual members or to the whole ensemble — for example when you print the music for a member.
- 3
Singers receive the music
Your members see the piece immediately in the Chorilo app — on tablet, phone or desktop, offline too.
- 4
Rehearse and perform
Listen to voice-part audio in rehearsal, mark passages, isolate your voice — and have everything to hand at the concert.